Restaurierung

Dies ist eine Leseprobe der Restaurierungsanleitung von Gerhard Mühr. In der Zusammenfassung findet Ihr weiter Informationen über die Bestellung.

Vorwort

Diese Broschüre soll ein Leitfaden für die Restauration eines Fiat 124 Spider sein. Es stellt keine "Verkaufsrestauration", sondern einen Neuaufbau auf 120 % Niveau dar.

Vorausschicken will ich, daß ich kein Karosseriebauer bin und auch keinen anderen "Autoberuf" habe. Ich will auch keine "Restaurationsbibel" schreiben, sondern nur meine persönliche Erfahrung und Meinung, die bestimmt auch einmal von der einiger Fachleute abweicht, mitteilen. Erwartet bitte auch keine Anleitung, die auf jedes Detail eingeht. Bastelarbeiten am Auto setzen Wissen voraus, und ich will niemanden zu einer Arbeit animieren, die ihn überfordert. Letztlich seid Ihr rechtlich für die Ausführung Eurer Arbeit verantwortlich.

Gewissensfrage Planung Vor dem Zerlegen Zusammenfassung

Gewissenserforschung

Diese sollte auch auf den Geldbeutel ausgedehnt werden. Aus Vernunftgründen kann man von der Restauration eines Spiders, so wie ich sie beschreibe, nur abraten. Wenn man von Fremdarbeiten für die Chromteile, die Sattlerei und die Lackierung sowie noch ein paar Kleinigkeiten ausgeht, und die Sprenglerarbeiten nicht zu hoch sind, so muß mit 5 bis 10 T EURO gerechnet werden. Wahrscheinlich wird diese Summe aber nicht ausreichen. Viele werden mich für verrückt halten, aber ich bin gerne bereit, das zu belegen. Eine Zeitvorgabe ist äußerst schwierig, weil sie von vielen Faktoren abhängt, wie Ausrüstung, Erfahrung, fachmännische Hilfe usw.. 500 h sollten aber mindestens eingeplant werden, für einen Anfänger ist der doppelte Zeitaufwand jedoch realistischer. Zu bedenken ist auch der Arbeitsplatz, der eventuell anzumieten ist und das Werkzeug (ohne Kompressor geht es nicht). Wenn man das alles aufrechnet und seinen Spider verkauft, kann man sich bestimmt einen guten Europa Spider kaufen und die 500 Stunden Urlaub machen. Deshalb sollte ich den Artikel eigentlich auch hier abbrechen.

Da es aber bestimmt noch einige Spiderfahrer gibt, die genauso verrückt sind wie ich und für die der alte Spider immer noch der "Schönste" ist und die gar nicht daran denken, einen Europa Spider zu fahren, schreibe ich weiter. Es soll aber niemand sagen, ich hätte Ihn nicht gewarnt!

Planung

Nachdem ich den Leserkreis nun wahrscheinlich auf einige verrückte AS, BS und CS 1-Fans eingeschränkt habe (für die CSA-Fahrer schreibe ich vielleicht einen Nachtrag), werde ich ihn noch etwas lichten.

Ich gehe von der Restauration eines normal erhaltenen, kompletten und von schweren Unfällen verschonten Spider ab Baujahr 1970 aus, der sich schon einige Zeit in unserem Besitz befindet. Das Letztere halte ich für besonders wichtig, weil so alle elektrischen und mechanischen Mängel bekannt sein dürften. Es wäre nämlich schade, wenn nach der ganzen Arbeit immer der dritte Gang rausspringt oder das Differential kracht. Von nicht fahrbereit oder zerlegt gekauften Autos kann ich nur abraten. Wurde doch ein Spider erst kurz vorher gekauft, sollte auf jeden Fall eine Fahrt über mehrere hundert Kilometer gemacht werden, um alle Fehler vor dem Zerlegen zu erkennen.

Komplett und unfallfrei ist einfach eine Preisfrage.

Zwar hat sich die Ersatzteilsituation in den letzten Jahren dank der Initiative einiger freier Händler sehr gebessert, doch sind Blech und Zierteile teuer und zum Teil (Originaltüren und Kotflügel) nicht mehr lieferbar. Zwar sind die Teile des Europa-Spiders meist verwendbar, aber an den Kotflügeln sind z. B. die Radausschnitte grösser, und an den Türen sind wegen der anderen Schließmechanismen größere Umbauten nötig.

Deshalb auch meine zusätzliche Einschränkung auf die Baujahre ab 1970. Die Ersatzteilsituation für den AS ist nämlich noch schlimmer als für die späteren Typen.

Außer dem guten Willen und dem bisher Aufgezählten braucht man aber noch mehr. Als Arbeitsplatz muß man eine Fläche von mindestens 3 Autostellplätzen einplanen. Den ersten am besten mit Grube für den zerlegten, aufgebockten Spider. Der zweite ist für die demontierten Teile. Er kann auch etwas entfernt sein, dann tritt man wenigstens nicht auf die frisch geschweißte Tür oder die neue Windschutzscheibe. Danach braucht man dann noch einen Platz, an dem man die mechanischen Arbeiten durchführen und die ausgebauten Teile überholen kann. 

Außer dem üblichen Werkzeug, das aber gute Qualität haben soll, werden Unterstellböcke, hydraulischer Wagenheber und einige Spezialwerkzeuge benötigt. Ein Seil- oder Kettenzug sollte nicht fehlen.

Die teuerste Anschaffung ist ein Kompressor, um den man aber meiner Meinung nach nicht herumkommt. Ein Schutzgasschweißgerät zu kaufen, halte ich nicht für sinnvoll. Ein Profi hat es sowieso, und alle anderen sollten Schweißarbeiten dem Fachmann überlassen.

Von Vorteil ist auch ein zweiter Mann (Frau), für manche Arbeiten sogar unerläßlich.

Nachdem ich nun den Leserkreis ausreichend dezimiert habe, schreibe ich für die Verbleibenden doch weiter. Vielleicht lesen aber auch einige Spiderfahrer weiter, die nicht gleich das ganze Auto zerlegen wollen, sondern die einzelnen Arbeiten in Abschnitten durchführen.

Vor dem Zerlegen

schreiben wir erst einmal Papier voll. Die erste Liste ist die Störungstabelle. Nach dieser teilt man die Arbeit auf. Für den Verchromer, den Sattler, die Motorinstandsetzung, die Fiat-Werkstatt und unsere Eigenarbeiten macht man sich getrennte Notizen.

Für das Restaurationsziel (120 %) sollte grundsätzlich jedes Teil geprüft und gegebenenfalls überholt oder erneutert werden. Man muß sich jetzt auch nach jemandem für die Schweißarbeiten und einer guten Lackiererei umsehen. Spätestens jetzt sollte auch die Liste über die fehlenden oder auszutauschenden Teile fertig sein, die das meiste Kopfzerbrechen mit sich bringt.

Ich möchte hier nochmals darauf hinweisen, daß die von mir vorgeschlagene Reihenfolge nicht zwingend ist. Abhängig von persönlichen Möglichkeiten und anderen Gegebenheiten kann ein anderer Ablauf besser und sinnvoller sein. In jedem Fall ist aber eine vorausschauende Planung unerläßlich.

Nur ein Pokerspieler demontiert seinen Spider, bevor er das letzte Ersatzteil in der Hand hat.


Zusammenfassung

Aufgrund der Fülle von Daten (über 60 Seiten) haben wir uns entschlossen nur diese "Leseprobe" ins Netz zu stellen um interessierten die Möglichkeiten eines vorab Checks zu geben. Die weiteren Kapitel der Restaurierungsanleitung gliedern sich wie folgt auf.

Zerlegen Der Spider wird zerlegt
Karosserie Restauration der Karosserie
RostRostvorsorge
EigenlackierungEigenlackierung
MotorMotor
ZylinderkopfZylinderkopf
GetriebeGetriebe
KraftstoffKraftstoffsystem
KühlkreisKühlkreislauf
AchsenAchsen-Lenkung
BremsenBremsanlage
KabelVerkabelung
MontageMontage
FremdlackierungFremdlackierung
danachNach der Lackierung
FaltdachFaltdach
ProbefahrtProbefahrt

Die Anleitung ist in gebundener Form für einen Selbstkostenpreis von € 25.- über Gerhard Mühr erhältlich.
E-Mail: g.muehr@online.de