Re:Reparatur Kotflügelspitze an der A-Säule

#149138

Zunächst mal die Antwort auf die Frage, warum die Grundierung einmal rot und ein anderes mal weiß ist.

Die rote Grundierung war Bleimennige auf Nitrobasis, dmals noch nicht verpönt und auch heute noch gut. Ich habe es für die Grundierung am Unterboden und in den Kotflügeln benutzt, wenn auf blankem Blech grundiert wurde.

Daneben habe ich mir früh überlegt, wie ich Korrosion auch in Bereichen stoppen kann, die nicht so einfach zu erreichen sind, wie zum Beispiel in den Hohlräumen und den Falzen. Denn da geht ja der Ärger meistens los. 1990 war das Angebot nicht so vielseitig wie heute, die Informationsmöglichkeiten darüber sehr eingeschränkt. Meine wichtigste Informationsquellen waren Oldtimer Markt und Oltdtimer Praxis. Nach langem hin- und her habe ich mich für Owatrol-Öl entschieden.
http://www.korrosionsschutz-depot.de/shop_xtc/product_info.php?info=p292_Owatrol-Oel–1-Liter.html
Die extreme Kriechfähigkeit hat mich einfach überzeugt. Immer wenn ich also eine Reparaturstelle hatte an der ich den Rost nicht komplett entfernen konnte oder wo Ecken und Falze mit im Spiel war, habe ich dieses Owatrol Öl aufgetragen. Problem dabei ist, dass dieses Produkt auf blankem Blech nicht besonders gut haftet und sich auch nicht mit allen Lacken verträgt. So löst es sich z.B. bei Nitro oder Acryllacken wieder ab.

Die weiße Grundierung war eine Grundierung auf Kunstharzbasis, die ich sowohl über die Bleimennige wie auch über mit Owatrol in Kontakt gekommene Flächen streichen konnte, da Sie mit beiden verträglich war und später auch mit Acryllack überlackiert werden konnte.

Eigentlich wollte ich heute über die Stoßdämpferdome berichten, aber ich bin mit dem Scannen noch nicht so weit. Daher hier die Reparatur der Kotflügelspitze an den A-Säulen, beispielhaft gezeigt an der Rechten Seite.

Klar waren beide Seiten angefressen, und dafür gibt es einen Grund. In den Kotflügeln der frühen Modelle gab es keine Radhäuser aus Kunststoff. Alles war offen bis auf den Bereich zur A-Säule hin. Hier ist ein Stehblech an der Motorseitenwand angeschweißt, das mit einem weichen Gummi zum Kotflügel hin abdichten sollte. Leider hat man damit eine richtige Falle eingebaut. Zum einen war das Gummiprofil nie ganz dicht, sodass Feuchtigkeit bis zu den A-Säulen vordringen konnte. Dann scheuerte der Profilgummi mit der Zeit den spärlichen Lack auf der Innenseite der Kotflügel ab, sodass diese nach außen durchrosteten. Nach einigen Jahren war der Gummi so spröde und verschlissen, dass nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch Dreck nach hinten zur A-Säule dringen konnte. Oben an den Kotflügelspitzen zur A-Säule hin ist zwischen dem Blech des Kotflügels und dem darunter liegenden Blech des Türausschnitts nur 1,0 cm Platz, der sich schnell mit Dreck füllte und nicht mehr abtrocknete. Daher dort die Durchrostungen. Dreck sammelte sich auch ganz unten an, was dann zum Durchrosten von oben nach unten zu den Schwellern hin führte. Bei einigen Spidern hingen sogar die Türen krumm drin, da die A-Säule im unteren Bereich jeden Halt verloren hatte.

Meine Lösung stelle ich nächstes mal vor.

Jetzt zur Reparatur der Kotflügelspitzen
1990 Rostige Teile in geraden Schnitten abgetrennt

1990 Und so sieht es nach dem Einschweißen der Bleche, dem Verzinnen und Verschleifen aus.

Beim Verzinnen ist übrigens wichtig, dass man gutes Karosseriezinn verwendet und die verzinnten Stellen hinterher sorgfältig mit Seifenlauge reinigt, da die als erstes aufzutragende Verzinnungspaste säurehaltig ist und später zu neuem Rost führen kann. Ansonsten ist Verzinnen keine große Kunst, ein Bunsenbrenner und ein paar Hartholzbrettchen sowie eine Karosseriefeile ist alles was man an Werkzeug braucht, und ein wenig Geduld. Die Holzbrettchen habe ich mir bei einer Bürstenfabrik in der Nähe umsonst geholt, schönes Hartholz und bereits plan und in der richtigen Größe! Dann einen alten Kotflügel vom Schrott besorgen und los gehts mit dem Üben.

Hier ist eine kleine Anleitung zu finden. http://www.korrosionsschutz-depot.de/de/service_downloads_zinn.html

Apropos Schrott: Das Blech habe ich mir bei einem Händler besorgt, der die damals modernen Sonnendächer einbaute. Die Dachausschnitte waren handlich, bereits grundiert und kosteten nichts. Mit ein wenig Suchen fanden sich sogar unterschiedliche Stärken.

franzl