Re:Warum eigentlich Spider?

#149119

Zu Beginn einer solchen Story will ich mal kurz erzählen, wie ich überhaupt zu meinem Spider kam.

Mein erstes Auto mit 18 (1971) war ein Fiat 850 mit 37 PS. Eigentlich sollte es ja ein 850 Coupe werden wie mein Freund hatte, oder ein 850 Spider, der regelmäßig die Tankstelle anfuhr, an der ich bei jeder Gelegenheit jobbte. Es war aber kein brauchbares und bezahlbares Exemplar aufzufinden. Damals konnte man nicht im Internet suchen, sondern war auf die wenigen Händler im näheren Umkreis beschränkt.
Bei meiner weiteren Suche nach einem Coupe oder Cabrio wurde ich auf die 124 er Serie aufmerksam, aber auch hier blieb das Cabrio außer Reichweite. Aber ein 124 AC Coupe mit Heckschaden stand bei einem Händler und wurde kurze Zeit später für 700 DM von mir erworben. Nach 3 Monaten Reparatur (alle Kotflügel neu und neue Lackierung in gelb) war ich stolzer Fahrer eines Sportwagens mit 90 PS, ein 1602 er BMW hatte auch nicht mehr.
Mitte 1973, ich war inzwischen zur Bundeswehr eingezogen, fand ich auf dem Parkplatz vor dem Kfz-Hobbyshop ein gelbes 124 BS1 Cabrio auf Ziegelsteinen, ohne Dach, ohne Sitze und ohne Armaturen. Ich war so fest davon überzeugt, dass ich dieses Cabrio irgendwie kaufen kann, dass ich schlaflose Nächte hatte. Der Besitzer ließ sich trotz aller Bemühungen erst nach 14 Tagen ausfindig machen, und mein Traum zerplatzte. Der Wagen war nicht zu verkaufen, es war ein Versicherungsfall. Während der Besitzer im Krankenhaus lag hatten Diebe das Auto teilweise ausgeschlachtet.

Danach kam Beruf, Familie, Haus und Kinder und auch Autos anderer Marken. Erst 1989 machte ich mich wieder gezielt auf die Suche nach einem potenten italienischen Cabrio. Ich habe viele Ruinen in einem größeren Umkreis besichtigt, und in einer Stadt in der Nähe wurde ich dann fündig. Ein 124 CS1 mit Erstzulassung 1973 stand vor mir, als Fiat Abarth getarnt mit rot schwarzer Kriegsbemalung und ohne Chrom. Ein fast neues Sonnenland Dach und eine im Kern gesunde Bodengruppe (soweit ich das beurteilen konnte), CD-30 Magnesium Felgen und die im Motorraum sichtbare Originalfarbe in 223 Giallo ließen mich trotz des hohen Preises von 9000 DM zuschlagen. Bei der Fahrt nach Hause im strömenden Regen war zumindest das Dach dicht und der Motor schnurrte kerngesund mit seinen nicht serienmäßigen 40er Weber Vergasern.

Zwei Tage später hatte ich Zeit für eine realistische Begutachtung meines Kaufes, und es war mir bald klar dass es einige Zeit dauern würde bis das Fahrzeug in dem Zustand war, wie ich es haben wollte: Gelb, Original und kerngesund, ohne Rost und Beulen und mit gutem Chrom und kompletter Innenausstattung.

Es dauerte dann 3 volle Jahre und gefühlte 20 Ehekräche, bis der Spider im Zustand 1- (Classic Data Gutacheten) die 3×6 Meter Garage unseres Einfamilienhauses wieder verlassen konnte.

Hier Bilder von der ersten Ausfahrt direkt nach der Zulassung im April 1993